Energie Vampire

March 18th, 2006

19. März - 25. März

Letzte Woche schrieb ich darüber, wie man jemanden begegnet, der einem seinen Schmerz mitteilt. Ich erhielt überwältigende Zuschriften von Lesern, die mich fragten wie man denjenigen begegnet, die zur immer wiederkehrenden Kundschaft gehören. Wir alle haben sie in unserem Leben – Freunde die klagen, sich nicht ändern, und bei denen wir uns ausgelaugt und leer fühlen. Du weißt – Energie-Vampire.

Wenn du Kabbalah studierst, hast du mehr Weisheit – und enthüllst mehr Licht, als dir klar ist, und die Chancen sind groß, dass du Leute anziehst, die Zuspruch brauchen. Woher weißt du, ob du teilst oder nur ausgenutzt wirst? Wie kannst du Grenzen ziehen, die dich davor schützen völlig ausgesaugt zu werden und auf der anderen Seite dabei die andere Person nicht zu verletzen – und bei ihnen den Wunsch nach Änderung zu hinterlassen?

Ein paar Dinge solltest du dir merken. Erstens, es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass ein Geschöpf des Teilens zu werden, nicht bedeutet, andere zu ändern. Wenn jemand sich weigert für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, verdrängt, oder einfach so durchdrungen von Ärger oder Selbstmitleid ist, dass er keinen Ausweg mehr aus seiner Situation findet, ist es wichtig, behutsam damit umzugehen und ihnen ihren Raum zu lassen.

Lass dich selbst vom Haken. Weder musst du jemanden festnageln – noch kannst du es.

Manchmal brauchen es Leute einfach, durch ihren Schmerz hindurchzugehen. Ein wesentlicher Teil des Prozesses Licht aufzudecken ist, dem Schmerz ins Gesicht zu sehen und durch ihn hindurchzugehen, so schwierig es auch sein mag. Wenn ich auf die größten Errungenschaften meines Lebens zurückblicke, erforderten sie alle von mir mich mit dem Gefühl des Schmerzes anzufreunden. Und obwohl ich es nicht mochte, durch den Schmerz hindurchzugehen, würde ich es nicht anders machen wollen.

Rav Ashlag sagt in „Gift of the Bible“ dass die Quelle jeden Schmerzes aus dem Wunsch entsteht, für sich alleine zu empfangen (Ego). Und alle Erfüllung kommt aus dem Wunsch heraus, sich einen Weg zum Licht zu bahnen (Seele). Wenn Leute dich anrufen, um sich nur von ihrem gegenwärtigen Kummer zu erleichtern, so erinnere dich, dass ihr Ego diesen Schmerz braucht, um die Seele zu erleichtern.

Aber bitte nimm das nicht als Entschuldigung, um dich vom Schmerz anderer abzuwenden. Denn Yehuda Berg sagt, Schmerz ist gut für dich. Wenn du aufrichtig bist in deiner Bemühung, ein Geschöpf des Teilens zu werden, solltest du genauso nach anderen schauen wie du auch nach dir schaust, oder besser noch, als würdest du nach deinem Kind schauen.

Viele von uns behandeln sich selbst schlechter, als sie andere behandeln.

Wenn du noch weiter gehst, solltest du dich selbst fragen, helfe ich dem anderen oder verletze ich ihn?

Helfen bedeutet, die andere Person an einen proaktiven Platz zu führen, von dem sie die Ursache erkennen können, das ihr aktuelles Chaos mitbringt.

Generell kannst du erkennen, ob du jemanden verletzt, wenn du jemandem Rat anbietest und die andere Person dann mit dir streitet und versucht dich davon zu überzeugen, dass du falsch liegst. Wenn sie sich nicht dafür öffnen zuzuhören, dann ist da kein Gefäß mit dem sie das Licht, das du mit ihnen teilen willst, empfangen können.

Ein anderes Zeichen von Verletzung ist, wenn sie dich nur anrufen, um schlecht über jemand zu reden, der wiederum sie verletzt hat. Beizupflichten, dass dieser oder jener so und so ist, ist nur ein weiteres kurzfristiges Pflaster für ein noch größeres Problem.

Das beste ist, sie aufzufordern aus der Situation herauszutreten und sie so zu betrachten, als wären sie Zuschauer in ihrem eigenen Leben. Du kannst sie sachte zu dem Punkt führen, an dem sie ihre Rolle in dieser Situation erkennen. Wenn du das tun kannst, aber sie es noch nicht erkennen können, dann ist die beste Hilfe, die du ihnen geben kannst, sie mit sich selbst ringen zu lassen. Weil du kannst ein Pferd zum Wasser führen, aber trinken muss es selbst…)

Mit den besten WünschenYehuda

72-Name der Woche:


Fühle wie ich

March 11th, 2006

12. März - 18. März

Diese Woche ist unsere Fähigkeit, Gewissheit ins Leben anderer zu ziehen besonders groß. Wenn jemand zu dir kommt mit einer emotionalen oder körperlichen Problem, kann deine Gewissheit wie ein Leuchtturm sein, der ihnen den Weg aus der Dunkelheit weist.

Aber pass auf, dass deine Gewissheit nicht nur eine Maske der Unsensibilität ist.

Jemand sprach mich genau auf diesen Gedanken an: Ein Freund von ihm erfuhr während einer ärztlichen Untersuchung, dass er Darmkrebs hatte. Er sagte zu seinem Freund: “Keine Angst, alles wird gut. Vertraue dem Licht, scanne im Zohar, teile noch mehr mit anderen und du wirst das Ganze überstehen.”

Doch im Nachhinein erkannte er, wie unsensibel er gewesen war. Er hatte sich nicht einmal eine Minute Zeit genommen, um den Schmerz seines Freundes zu fühlen oder die schwierige Situation seines Freundes zu verstehen. Er hatte sich nicht auf die Stufe seines Freundes begeben.

Um ein positiver Kanal für Gewissheit zu sein, gehört auch dazu, den Schmerz anderer Menschen zu verstehen. Nur dann können wir sie dazu bringen, dem Licht zu vertrauen.

Wir müssen ihren Schmerz fühlen, als wäre es unser eigener, statt gleich wohlmeinende Ratschläge zu erteilen.

Wie ich schon in anderen Tune Ups sagte, sind Ratschläge unser größtes Laster. Manchmal ist es besser, einfach zuzuhören, mitzufühlen und den Mund zu halten. Wenn du dies tust, wirst du wissen, wann die richtige Zeit gekommen ist, um Lösungen anzubieten. Dann kannst du mit Hilfe des Lichts des Schöpfers, Dinge geschehen lassen. Und dies nicht unbedingt im selben Gespräch.

Wenn du willst, dass sie es “schnallen”, musst du es auch “schnallen”.

Denke an die positiven Kanäle in deinem Leben. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es die Menschen sind, die mit dir zusammen weinen, wenn’s gerade mal nicht so gut läuft. Wie sie handeln ist der Beweis, dass du ihnen wichtig ist, nicht ihre Worte. Vor kurzem habe ich eine interessante Statistik gelesen, die besagt, dass 50% der Kommunikation nicht verbal abläuft. Für mich bedeutet dies, dass du theoretische Kabbalah faseln kannst, bis du blau anläufst, aber wenn du keine Liebe zeigst, wird sich die Botschaft im Äther verlieren.

In früheren Zeiten heilten und reinigten die Cohanim (die heilende Klasse der Israeliten) eine unreine Person, indem sie für einen Tag deren Unreinheit auf sich nahmen. Auf eine gewissen Weise musst du dasselbe tun. Wenn nicht, wird die Person, der du helfen willst, nicht fühlen, dass sie dir sehr wichtig ist und wird sich deinen Worten verschließen.

Dies ist eine Geschichte aus dem Buch meines Bruders Michael Becoming Like God, die diesen Punkt…….

Einst begab sich ein Mann auf eine lange Reise, um seinem Lehrer eine traurige Nachricht zu überbringen: Der Mann hatte einen Sohn, um dessen Gesundheit es sehr ernst stand und die Ärzte hatten alle Hoffnungen aufgegeben. Ohne die Fürsprache seines Lehrers würde sein Sohn mit Sicherheit sterben. “Können Sie irgendetwas tun, um zu helfen?”

Daraufhin betete und meditierte der Meister, und versuchte alles in seiner Macht stehende. Aber nach stundenlangen Bemühungen wandte er sich traurig an seinen Schüler: “Es tut mir Leid, aber die Himmelstore sind geschlossen. Ich kann nichts mehr für Ihren Sohn tun.”

Der Mann war verzweifelt. Er nahm sein Pferd und begab sich auf den Heimweg. Als es Abend wurde, hörte er, wie ein Pferd hinter ihm galoppierte. Er drehte sich um und erkannte seinen Meister. Er dachte, vielleicht wäre es dem Meister gelungen, die Himmelstore doch noch zu öffnen.

“Gibt es etwas Neues?”, fragte er hoffnungsvoll. “Es tut mir Leid”, sagte der Meister, “die Himmelstore sind immer noch geschlossen. Aber nachdem Sie fort waren, wurde mir etwas klar: Auch wenn ich dir nicht helfen kann mit meinen Gebeten und Meditationen, kann ich wenigstens mit dir weinen. Deswegen bin ich gekommen.”

Und die beiden Männer setzten sich Seite an Seite auf einen Stein neben der Straße und weinten.

Alles Gute

Yehuda

72-Name der Woche: